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Wege zur inneren Stärke für neurodiverse Menschen
Das 7-Säulen-Modell der Resilienz


von Stefan Lukas  –  01.08.2026  -  Lesezeit: 6min   -  Bilder KI-generiert

Um als neurodivergenter Mensch seine Resilienz zu stärken, kann ein Modell mit sieben Säulen helfen.
Erfahre hier mehr darüber.

Drei Grundhaltungen

Diese mentalen Einstellungen bilden das Fundament für resilientes Verhalten:

1. Lösungsorientierung

Lösungsorientierung bedeutet, den Fokus auf das zu richten, was verändert werden kann:

  • Aktive Problemlösung statt passivem Leiden
  • Ressourcen aktivieren statt Defizite zu betonen
  • Alternative Wege suchen, wenn Plan A nicht funktioniert
  • Keine Beschäftigung mit der Vergangenheit, außer dort, wo sie zielführend für Lösungen ist

Resiliente Menschen steigen nicht ins "Gefühlschaos" ein, sondern betrachten Situationen distanziert und entwickeln konkrete Handlungsoptionen.

2. Optimismus

Optimismus ist die Überzeugung, dass sich positive Ergebnisse einstellen können und Schwierigkeiten temporär sind:

  • Zuversicht trotz widriger Umstände
  • Positive Zukunftserwartung als Motivationsgrundlage.
  • Fehler als Lernchancen begreifen
  • Glaube an die eigene Fähigkeit zur Bewältigung; Selbstwirksamkeit

Optimismus ist eine Voraussetzung dafür, dass Menschen sich mit ihren Ressourcen verbinden und diese auch nutzen können.

3. Akzeptanz

Akzeptanz bedeutet, anzunehmen, was nicht veränderbar ist, ohne Kraft in Widerstand zu investieren:

  • Akzeptanz von Veränderungen (z.B. neue Arbeits- oder Lebensumstände)
  • Akzeptanz der Realitäten des Lebens (Begrenztheit, Ungewissheit, Unplanbarkeit)
  • Akzeptanz unerfüllter Erwartungen (bei sich selbst und anderen)
  • Selbstannahme (inklusive eigener Grenzen)

Ohne Akzeptanz beginnt kein Bewältigungsprozess. Sie ermöglicht neue Horizonte für Denken und Fühlen.

Vier Handlungsaspekte

Diese konkreten Kompetenzen lassen sich im Alltag trainieren und anwenden:

1. Netzwerkorientierung – Aufbau und Pflege sozialer Kontakte

  • Mehrere gut gepflegte Netzwerke (online und bevorzugt offline)
  • Unterstützung annehmen und erbitten können
  • Gegenseitiger Austausch und Hilfestellung
  • Unterschiedlichkeiten wertschätzen in verschiedenen Gruppen und Rollen

Beziehungen wirken als Schutzfaktor für Körper und Seele und ermöglichen klare Kommunikation in verschiedenen Kontexten.

2. Zukunftsorientierung – Zielsetzung und Perspektivenentwicklung

  • Klare und erreichbare Ziele setzen und terminieren
  • Strategische Planung und perspektivische Ausrichtung
  • Fokus auf aktiv Beeinflussbares richten
  • Neue Gegebenheiten als Chance begreifen

Durch zielgerichtetes Handeln behalten resiliente Menschen auch in Krisen die Richtung bei und entwickeln alternative Horizonte.

3. Selbstverantwortung – Übernahme aktiver Gestaltungskompetenz

  • Eigenverantwortung übernehmen und Opferrolle aufgeben
  • Eigene Anteile in schwierigen Situationen erkennen
  • Selbstbestimmt handeln nach bestem Gewissen
  • Bewusstsein, dass eigene Verhaltensänderungen auch Umstände verändern

Menschen mit hoher Selbstwirksamkeit glauben an ihre Fähigkeiten, Probleme zu meistern, und tragen Verantwortung für ihre Reaktionen.

4. Selbstregulationsorientierung – Emotions- und Stressmanagement

  • Emotionale Kompetenz entwickeln (Regulation, An- und Entspannung)
  • Körperliche Selbstpflege praktizieren
  • Ausreichend Pausen einplanen und Energiequellen bewusst einsetzen
  • Signale des Körpers wahrnehmen und deuten können

Selbstregulation ermöglicht es, im Stress innere Balance zu finden und bei Belastungen schneller ins eigene Gleichgewicht zu kommen.

Das Zusammenspiel

Die sieben Aspekte wirken ineinander und miteinander. Die drei Grundhaltungen bilden das zentrale Innere (das Mindset), während die vier Handlungsaspekte praktische Anwendungen im Alltag darstellen. Resilienz ist dabei kein statisches Persönlichkeitsmerkmal, sondern ein dynamischer Prozess, der lebenslang trainierbar ist.

Quellen: AfGM (afgm.de), Resilienz-Akademie, Stage Academy

Ursula Nubers Originalmodell: Die 7 Säulen der Resilienz

Das Modell wurde von der Diplompsychologin Ursula Nuber entwickelt und stellt komplexe psychologische Zusammenhänge vereinfacht dar. Die sieben Säulen im Überblick :

 

Säule

Kerninhalt

1

Optimismus

Glauben an positive Ergebnisse und Überwindbarkeit von Krisen

2

Akzeptanz

Annehmen dessen, was nicht veränderbar ist

3

Lösungsorientierung

Fokus auf Problemlösung statt Verharren im Problem

4

Verantwortungsübernahme

Eigenverantwortung statt Opferrolle

5

Netzwerkorientierung

Aufbau und Pflege sozialer Beziehungen

6

Zukunftsorientierung

Planung und Perspektivenentwicklung

7

Selbstwirksamkeit

Überzeugung, selbstwirksam handeln zu können

Die Inhalte dieses Beitrags sind weder medizinisch noch psychotherapeutisch oder pädagogisch verwertbar. Sie geben nur meine subjektiven persönlichen Erlebnisse oder Erfahrungen wider. Für Diagnostik und Therapie suchen Sie bitte fachlich geeignete Personen auf. Fragen Sie dort Erfahrungen im Bereich Autismus und ADHS nach.

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